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KOSMETIK UND KÖRPERPFLEGE OHNE SCHADSTOFFE

  • Autorenbild: Romana Korchmar
    Romana Korchmar
  • 20. Feb.
  • 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 4 Tagen

Kosmetik begleitet mich schon mein ganzes Leben – besonders weil ich aufgrund meiner Ekzeme immer darauf achten musste, was meine Haut verträgt. Tatsächlich habe ich mich lange Zeit sogar teilweise davor gescheut, sie zu verwenden, um meine Haut nicht zusätzlich zu reizen. Erst in letzter Zeit habe ich wirklich verstanden, worauf es bei Kosmetik ohne Schadstoffe ankommt. Ich habe gelernt, wie man eine Zutatenliste richtig liest – und welche Inhaltsstoffe meine Haut besser nicht berührt.

Frau in einem weißen Bademantel, die achtsam schadstofffreie Kosmetik aufträgt – natürliche Pflege für gesunde Haut.
Foto: Kaboompics.com / Pexels

Also begann ich, mich tiefer mit dem Thema zu beschäftigen. Warum ist in fast allem Parfum enthalten? Wieso braucht mein Deo Aluminium? Und was genau steckt hinter Begriffen wie „Propylparaben“? Schritt für Schritt habe ich herausgefunden, was wirklich in meinen Pflegeprodukten steckt – und was ich lieber meiden sollte.

Dabei wurde mir bewusst, dass Kosmetikprodukte, die uns eigentlich pflegen und verschönern sollen, oft genau das Gegenteil bewirken können. Viele enthalten synthetische Chemikalien, die unsere Haut irritieren, unser Hormonsystem beeinflussen oder sogar krebserregend sein könnten.

Aber keine Sorge – es gibt Alternativen! Ich habe mich durch den Dschungel der Inhaltsstoffe gekämpft und fasse hier zusammen, worauf du achten solltest – damit du es leichter hast als ich.




WORAN ERKENNST DU KOSMETIK OHNE SCHADSTOFFE?


SCHAU AUF DIE SIEGEL!


Die bessere Wahl bei Kosmetikprodukten sind in der Regel Naturkosmetik oder Biokosmetik, da sie auf viele problematische Inhaltsstoffe verzichten. Während Naturkosmetik natürliche Inhaltsstoffe enthält und auf viele synthetische Zusätze verzichtet, geht Biokosmetik noch einen Schritt weiter und setzt einen hohen Anteil an biologisch angebauten Rohstoffen voraus. Allerdings bedeutet weder „Naturkosmetik“ noch „Biokosmetik“ automatisch „schadstofffrei“. Deshalb lohnt sich ein Blick auf anerkannte Siegel:

Label

Logo

Was macht es besonders?

Wie streng ist es?

Demeter


Strenges Bio-Siegel für Kosmetik aus biodynamischem Anbau mit höchster ökologischer Qualität.

Höchster Standard für Naturkosmetik. Mindestens 90 % der pflanzlichen Inhaltsstoffe stammen aus Demeter-Anbau. Verzicht auf synthetische Duft- und Farbstoffe, Konservierungsmittel sowie Mineralöle.

Extrem streng – Biodynamische Landwirtschaft, ganzheitlicher Ansatz, umfassende Kontrollen.

BDIH "Kontrollierte Naturkosmetik"



Deutsches Siegel für kontrollierte Naturkosmetik mit hohen Umwelt- und Gesundheitsstandards.


Stellt sicher, dass Produkte natürliche Inhaltsstoffe enthalten. Kein Mikroplastik, keine synthetischen Duftstoffe oder Farbstoffe.

Streng – Höhere Standards als konventionelle Kosmetik, aber weniger streng als Demeter oder NATRUE.

Ecocert



Französisches Bio-Siegel für Kosmetik mit mindestens 95 % pflanzlichen Inhaltsstoffen aus Bio-Anbau.


Französisches Bio-Siegel für Kosmetik. Mindestens 95 % der pflanzlichen Inhaltsstoffe müssen natürlichen Ursprungs sein.

Sehr streng – Strenge Anforderungen an Bio-Qualität und Produktionsweise.

NATRUE


Strenges Naturkosmetik-Siegel mit drei Zertifizierungsstufen für natürliche und biologische Inhaltsstoffe.

Besonders hohe Standards für echte Naturkosmetik. Verbot von synthetischen Konservierungsstoffen und Mineralölbestandteilen.

Sehr streng – Strenger als BDIH und Ecocert, zertifiziert in mehreren Stufen (Naturkosmetik, Bio-Kosmetik).

ECO GARANTIE


Strenges Umwelt- und Nachhaltigkeitssiegel aus Belgien für Kosmetik, garantiert natürliche Inhaltsstoffe ohne synthetische Zusätze.

Belgisches Siegel für nachhaltige Kosmetik und Pflegeprodukte. Verzicht auf Gentechnik, petrochemische Inhaltsstoffe und künstliche Duftstoffe.

Sehr streng – Starke Umwelt- und Verbraucherstandards, keine unnötigen Chemikalien.

ICEA (Istituto per la Certificazione Etica e Ambientale)


Italienisches Nachhaltigkeitszertifikat für ökologische Kosmetik, das Umwelt- und Sozialstandards kombiniert.

Italienisches Zertifikat für ökologische und biologische Kosmetik. Fokus auf natürliche Inhaltsstoffe und umweltfreundliche Produktionsmethoden.

Streng – Bevorzugt Inhaltsstoffe aus biologischem Anbau, verbietet schädliche Chemikalien.

COSMOS (COSMetic Organic and Natural Standard)


Europäischer Standard für Natur- und Biokosmetik, definiert klare Regeln für umweltfreundliche Inhaltsstoffe und nachhaltige Herstellung.

Internationaler Standard, entwickelt von fünf europäischen Zertifizierungsorganisationen (BDIH, Cosmebio, Ecocert, ICEA, Soil Association). Zertifiziert Produkte als "COSMOS Organic" oder "COSMOS Natural".

Sehr streng – Umfassende Kriterien für Inhaltsstoffe, Produktionsprozesse und Umweltmanagement.

NC-Standard (Natural Cosmetics Standard) der GfaW


Zertifikat für Naturkosmetik, das hohe Anforderungen an natürliche Inhaltsstoffe stellt und synthetische Zusätze stark einschränkt.

Deutscher Standard für echte Naturkosmetik, legt Wert auf Transparenz und Nachhaltigkeit.

Streng – Klare Definitionen für natürliche Inhaltsstoffe, verbietet synthetische Stoffe.

Austria Bio Garantie (ABG) – Biokosmetik-Siegel


Österreichisches Bio-Siegel für Kosmetikprodukte mit strengen Vorschriften für biologische Inhaltsstoffe und nachhaltige Produktion.

Österreichisches Siegel für biologische Kosmetikprodukte. Sicherstellung von Bio-Qualität und natürlichen Inhaltsstoffen.

Streng – Hohe Anforderungen an Bio-Anteil und Verarbeitungsprozesse.

ICADA Naturkosmetik-Siegel


Internationales Siegel für kleine und mittelständische Naturkosmetik-Hersteller mit Fokus auf Transparenz und Nachhaltigkeit.

Europäisches Siegel für authentische Natur- und Biokosmetik, unterstützt vor allem kleine und mittelständische Unternehmen.

Streng – Fokus auf natürliche Inhaltsstoffe und umweltfreundliche Herstellung.

Vegan Society


Zertifikat der Vegan Society für Kosmetik ohne tierische Inhaltsstoffe und Tierversuche.

Zertifiziert, dass ein Produkt keine tierischen Inhaltsstoffe enthält und nicht an Tieren getestet wurde.

Streng für Tierwohl, aber nicht für Umwelt – Kein Mikroplastik-Verbot, keine Bio-Anforderungen.

Leaping Bunny (Cruelty Free International)


International anerkanntes Siegel für tierversuchsfreie Kosmetik ohne Tests an Tieren.

Garantiert, dass das gesamte Produkt inklusive Inhaltsstoffe nicht an Tieren getestet wurde.

Sehr streng – Eines der besten Labels für tierversuchsfreie Kosmetik.

Wenn du mehr über verschiedene Öko-Siegel und Labels erfahren möchtest, schau hier vorbei: Dein Guide durch die Öko-Siegel & Labels


Vertraue jedoch nicht blind auf Begriffe wie „ökologisch“, „natürlich“ oder „biologisch“ auf Verpackungen. Diese sind nicht gesetzlich geschützt und können irreführend sein. Überprüfe die Herstellerinformationen online oder achte auf unabhängige Zertifizierungen.


DIE SCHWARZE LISTE DER INHALTSSTOFFE


Es gibt Stoffe, die wirklich nichts in unseren Pflegeprodukten zu suchen haben. Diese problematischen Inhaltsstoffe solltest du unbedingt vermeiden:

Inhaltsstoff

Warum meiden?

INCI-Bezeichnung

Typische Produkte

Parabene

Stören das Hormonsystem

Methylparaben, Ethylparaben, Propylparaben, Butylparaben

Cremes, Shampoos, Deos

Formaldehydabspalter

Können Allergien auslösen & krebserregend sein

DMDM Hydantoin, Imidazolidinyl Urea, Diazolidinyl Urea, Quaternium-15

Shampoos, Haarsprays, Nagellacke

Duftstoffe & Parfüme

Oft versteckte Allergene

Fragrance, Parfum, Citral, Linalool,Limonene

Alle Kosmetikprodukte, Parfüms, Cremes

Triclosan

Hormonell wirksam & wahrscheinlich krebserregend

Triclosan

Zahnpasta, Seifen, Deos

Oxybenzon (UV-Filter)

Kann das Hormonsystem beeinflussen

Benzophenone-3

Sonnenschutzmittel, Make-up

Mikroplastik

Belastet Umwelt & landet in unserer Nahrung

Polyethylene (PE), Polypropylene (PP), Polymethylmethacrylat (PMMA), Nylon-12

Peelings, Zahnpasta, Duschgel

BHT/BHA

Hormonell aktiv & potenziell krebserregend

Butylated Hydroxytoluene (BHT), Butylated Hydroxyanisole (BHA)

Cremes, Lippenstifte, Sonnencremes

Cyclomethicone, Cyclopentasiloxane

Endokriner Disruptor, schwer biologisch abbaubar

Cyclomethicone, Cyclopentasiloxane

Haarsprays, Deos, Make-up

Polyethylenglykole (PEGs) - Emulgatoren

Schwächt die Hautbarriere & erhöht Durchlässigkeit für Schadstoffe

PEG-40 Hydrogenated Castor Oil (Beispiel)

Cremes, Shampoos, Rasiergele

Petrolatum, Paraffinum Liquidum, Mineralöl

Können die Haut versiegeln, enthalten oft Verunreinigungen

Petrolatum, Paraffinum Liquidum, Cera Microcristallina, Mineral Oil

Lippenpflege, Cremes, Salben



VERGLEICH AGGRESSIVER UND MILDER TENSIDE


Viele herkömmliche Shampoos und Reinigungsprodukte enthalten aggressive Tenside, die die Haut austrocknen können. Hier eine Übersicht über Alternativen:

Aggressive Tenside

Mildere Alternativen

Sodium Lauryl Sulfate (SLS)

Sodium Coco Sulfate (SCS)

Sodium Laureth Sulfate (SLeS)

Sodium Lauryl Sulfoacetate (SLSA)

Ammonium Lauryl Sulfate (ALS)

Coco Glucoside

Magnesium Lauryl Sulfate

Decyl Glucoside

MEA-Lauryl Sulfate

Decyl Polyglycoside

Potassium Lauryl Sulfate

Lauryl Glucoside

Sodium C12-15 Alkyl Sulfate

Sodium Cocoyl Isethionate

Falls du empfindliche Haut hast, lohnt es sich, Produkte mit milderen Tensiden zu bevorzugen!



VORSICHT MIT DESINFEKTIONSMITTELN UND DER CHEMIKALIENCOCKTAIL


Viele von uns nutzen regelmäßig Desinfektionsmittel, sei es für die Hände oder die Wohnung. Doch dauerhafte Desinfektion kann unsere natürliche Hautbarriere schwächen und die Haut anfälliger für Schadstoffe machen. Natürliche Alternativen wie Alkohol, Essig oder ätherische Öle können oft genauso effektiv sein.

Noch problematischer ist der Cocktail-effekt: Wenn wir täglich mehrere Kosmetikprodukte nutzen, setzen wir uns unbewusst einem Mix aus vielen verschiedenen Chemikalien aus. Viele dieser Stoffe wurden nur einzeln getestet, aber nicht in Kombination mit anderen Substanzen. Das bedeutet, dass potenzielle Wechselwirkungen unklar sind. Mehr dazu kannst du in meinem anderen Artikel nachlesen: Cocktail-effekt.



APPS; DIE DAS RÄTSELRATEN BEENDEN


Falls du – so wie ich – keine Lust hast, mit einer Liste durch den Drogeriemarkt zu rennen, dann lade dir einfach eine dieser Apps runter:

  • ToxFox (BUND) (toxfox.de) – Deutschsprachige App, mit der du per Barcode-Scan erkennst, ob ein Produkt schädliche Chemikalien enthält. Besonders hilfreich für Kosmetik und Kinderprodukte.

  • INCI Beauty (incibeauty.com) – In mehreren Sprachen verfügbar, ermöglicht die detaillierte Analyse von Inhaltsstoffen und bietet Bewertungen basierend auf wissenschaftlichen Studien.

Und weißt du was? Sogar mein Mann hat sich die App runtergeladen und sich damit angefreundet – jetzt scannt er beim Drogerieeinkauf selbstständig Produkte und achtet darauf, was drinsteckt!



INCI-LISTE VERSTEHEN


Falls du dich schon mal gefragt hast, was diese endlosen Listen an Inhaltsstoffen auf der Rückseite eines Produkts bedeuten – willkommen im Club. Aber hier ein Gamechanger:

Die Zutaten stehen in Reihenfolge ihrer Konzentration im Produkt. Das heißt, die ersten fünf Stoffe machen oft 75 % des Produkts aus.

Beispiel: Sheabutter (Butyrospermum Parkii) steht in einem Produkt an zweiter Stelle, in einem anderen an neunter? Dann weißt du, wo mehr von dem guten Zeug drin ist!

Natürliche Inhaltsstoffe für schadstofffreie Kosmetik – Kräuter, Öle und Tonerde als Basis für sanfte Hautpflege.

Viele Kosmetikprodukte enthalten winzige Plastikpartikel, die für eine angenehme Textur in Peelings, Make-up oder Shampoos sorgen. Doch sie gelangen in die Umwelt und schließlich sogar in unsere Nahrung. Die EU hat Mikroplastik in Kosmetik ab 2023 verboten – allerdings nur, wenn es absichtlich hinzugefügt wurde. Besonders häufig verstecken sich Kunststoffe hinter Begriffen wie Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) oder Nylon.


MEINE PERSÖNLICHE TIPPS FÜR EINE GESÜNDERE KÖRPERPFLEGE


  • Weniger ist mehr: Je kürzer die Zutatenliste, desto besser!

  • Mineralische UV-Filter bevorzugen – statt hormonell wirksamer chemischer UV-Filter.

  • Finger weg von Sprühprodukten – die chemischen Stoffe landen in deiner Lunge.

  • Naturkosmetik ausprobieren: Jeder Hauttyp ist anders – deshalb heißt es: ausprobieren und schauen, was der eigenen Haut wirklich guttut.

  • DIY-Rezepte - Selbstgemachte Masken mit Honig & Quark sind für viele ein Klassiker, aber es gibt unzählige DIY-Rezepte mit natürlichen Zutaten. Egal ob Avocado, Heilerde oder Aloe Vera – einfach testen und herausfinden, was für dich am besten wirkt!

  • Parfüms? Vorsicht! Viele Duftstoffe sind Allergieauslöser.


Am Anfang war ich total überfordert – so viele Siegel, so viele Versprechen. Aber mittlerweile weiß ich: Es gibt Alternativen, man muss nur wissen, worauf man achten sollte. Mir helfen dabei Apps, mit denen ich im Laden schnell checken kann, welche Inhaltsstoffe in einem Produkt stecken. Aber das Wichtigste? Kein Siegel ersetzt die eigene Erfahrung. Was für mich funktioniert, muss nicht automatisch für dich passen – deshalb einfach ausprobieren und schauen, was der eigenen Haut wirklich guttut.

Und keine Panik! Niemand muss sofort alles umstellen. Erstmal aufbrauchen, was man zu Hause hat (solange die Inhaltsstoffe nicht allzu schlimm sind), und dann Schritt für Schritt bessere Alternativen entdecken. Kleine Veränderungen machen auf Dauer einen großen Unterschied!




QUELLEN:


 
 
 

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